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10. August 2021: Sechster Sachstandsbericht des Weltklimarates

Die Fakten sind erschreckend und schlimmer als befürchtet!

KLIMALISTE Hessen fordert endlich Reaktionen der deutschen Politik, insbesondere im Wahlkampf zur BTW 2021

Der am 09.08.2021 vom IPCC (Weltklimarat oder Intergovernmental Panel on Climate Change) veröffentlichte sechste Sachstandsbericht zum Klimawandel hat zwar keine wesentlichen neuen oder überraschenden Erkenntnisse gebracht, aber die Befürchtungen, die bislang nur auf Wahrscheinlichkeiten beruhten, haben sich manifestiert und sind mehr denn je durch umfangreiche wissenschaftliche Daten bestätigt.

Bereits kleinste Erwärmungsschritte haben unübersehbare Folgen auf Erdregionen: Die extremen Wetterereignisse werden zunehmen und zwar in noch nie dagewesenem Ausmaß, regional werden die Auswirkungen jedoch unterschiedlich sein. Auch Deutschland ist vor diesen Auswirkungen nicht sicher – ein Vorgeschmack auf das zu erwartende Szenario waren die Flutkatastrophen im Juli dieses Jahres.

Hoffnung macht allerdings die Tatsache, dass es auch in der schwierigen neuen Situation noch die Möglichkeit gibt, die schlimmsten Szenarien abzuwenden und die 1,5-Grad-Grenze nicht zu überschreiten. Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr, denn mit den momentanen globalen CO2-Emissionen verbleiben etwa 10 Jahre, um diese Grenze mit 67%iger Wahrscheinlichkeit nicht zu überschreiten.

Um die wissenschaftlichen Ergebnisse auch für Nicht-Wissenschaftler*innen zugänglicher zu machen, habe man sich außerdem auf eine verständlichere Darstellung der komplexen Zusammenhänge geeinigt.

Die KLIMALISTE Hessen begrüßt diese verständlichere Form der Kommunikation. „Es ist Zeit, dass die Auswirkungen der sehr komplexen wissenschaftlichen Zusammenhänge endlich so dargestellt werden, dass jede*r die Konsequenzen für die persönliche Zukunft versteht“, bestätigt Claudia von Eisenhart Rothe, Stadtverordnete der KL Hessen in Oberursel. „Dadurch können viel mehr Menschen erreicht werden.“

Auch der IPCC sieht nun die Bildungs- und Informationskomponente als entscheidend an:

Von den Schulkindern bis zu den politischen Entscheider*innen sollen alle Menschen in die Lage versetzt werden, die erdrückende Beweislast der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu verstehen und danach zu handeln.

Neu sind die leichtere Sprache und ein interaktives Werkzeug, das auch lokale Analysen möglich macht:

https://interactive-atlas.ipcc.ch/

Deutlich wurde die Unumkehrbarkeit mancher Veränderungen beschrieben, wie der Zerstörung von Ökosystemen. Die Schwelle gravierender Schäden ist im Jahre 2030 erreicht, wenn keine ausreichenden Klimaschutzmaßnahmen beschlossen und durchgeführt werden.

Die Klimakatastrophe hat heute schon gravierende Folgen für Hessen. Der hessische Wald leidet in einer nie dagewesenen Form unter den Dürren der letzten Jahre. Hochwasserkatastrophen wie in Rheinland-Pfalz können auch Hessen treffen. Die Trinkwasserversorgung ist gefährdet, nicht zuletzt auch durch die weiter vorangetriebenen Bauprojekte der aktuellen Regierung in Land und Bund.

Die Aussagen des IPCC und der Umfang der zu erwartenden Katastrophe machen die Forderungen der KLIMALISTE Hessen noch wichtiger:

  • Sofortiger Ausbau der erneuerbaren Energien (Solarpflicht und Windkraftnutzung massiv steigern)
  • Sofortiger Stopp von neuen Flächenversiegelungen
  • Sofortiger Stopp von Kurzstreckenflügen
  • Umbau aller Industrien zu mehr Nachhaltigkeit
  • Sofortiger Ausstieg aus der Kohlenutzung
  • CO2-Preis von min. 195 € pro Tonne CO2 analog der Empfehlung des UBA https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/1410/publikationen/2020-12-21_methodenkonvention_3_1_kostensaetze.pdf
  • Den in Not geratenen Wald pflegen, resiliente Wälder aufzubauen und Monokulturen zu vermeiden
  • Keine Waldrodungen mehr für Autobahnaus- oder neubau
  • Sofortiger Stopp jeglicher Straßenneubaupläne
  • Alle notwendigen Klimaschutzmaßnahmen müssen sozial verträglich ausgestaltet werden, sodass sozial schwächere Mitglieder der Gesellschaft nicht unter den Folgen zu leiden haben.

Die KLIMALISTE Hessen ist der Ansicht, dass in den Parlamenten überparteilich Klimaschutz-Arbeitsgruppen sofort eingerichtet werden müssen bzw. dort wo vorhanden, handeln müssen

„Die gigantischen Herausforderungen zur Bewältigung der Klimakatastrophe erfordern sofortiges Handeln. Die „Weiter-So“-Mentalität der deutschen Parteien ist nicht länger tragbar – auch nicht mehr bis zu den Wahlen, denn jeder Tag und jede Tonne CO2 zählt – nicht erst nach den Wahlen“, fordert Beate Balzert, Vorsitzende des KLIMALISTE Hessen e. V.

„Die Entscheider*innen haben nun genug Daten! Die einzig angemessene Reaktion auf den heutigen Bericht ist es, ehrgeizigere politische Ziele zu fordern“, ergänzt Maik Schöniger, Stadtverordneter der KLIMALISTE Marburg und Vorsitzender des KLIMALISTE Hessen e. V.

Quellverweise:

https://www.de-ipcc.de/media/content/Hauptaussagen_AR6-WGI.pdf

https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/downloads/report/IPCC_AR6_WGI_SPM.pdf

Hintergrund

Klimaliste Deutschland / Klimaliste Hessen

Die Klimaliste ist eine politische Graswurzelbewegung zur Durchsetzung konsequenter Klimaschutzmaßnahmen. Sie nahm ihren Anfang 2019 in Erlangen, wo sie aus dem Stand zwei Sitze im dortigen Stadtrat errang. Mittlerweile gibt es Klimalisten in allen 16 Bundesländern.

Erklärtes Ziel ist die Umsetzung der klimapolitischen Wende vor Ort zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze. Dazu treten überparteiliche Klimalisten bundesweit zu Landtags- und Kommunalwahlen an.

In den Klimalisten findet man einen Zusammenschluss von Wissenschaftler*innen, Studierenden, Eltern, Azubis, Angestellten, Unternehmer*innen und anderen im Klimaschutz engagierten Bürger*innen. Gemeinsam wird so die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze zur höchsten Priorität mit dem klaren Ziel, ein zukunftsfähiges klimaneutrales Deutschland zu bauen.


Zur BTW 2021 tritt die Klimaliste Deutschland bundesweit mit Direktkandidaten an. In Hessen kandidieren Mitja Stachowiak (WK 186) und Stephan Mascher (WK 168)

Mehr Infos unter: https://www.klimaliste.de/grundkonsens und www.klimaliste-hessen.de


Pressekontakt:

Beate Balzert
E-Mail: kontakt@klimaliste-hessen.de
Telefon: 0157-36605818

Maik Schöniger
E-Mail: marburg@klimaliste-hessen.de
Telefon: 0176-32821499

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